Ein Wohnbericht aus dem ENERGETIKhaus100® in Berthelsdorf
September 2006
Der Einzug in unser ENERGETIKhaus liegt nun schon etwas zurück. Ende September 2006 war es dann soweit. Dank vieler helfender Hände und einer Umzugsfirma waren schnell alle Sachen im neuen Haus angekommen. Es war schon etwas komisch so allein in den eigenen vier Wänden. Ein Zustand an den man sich aber gerne und schnell gewöhnt. Zweifel an der Technik haben wir kaum noch, dafür haben wir uns schon zu lange und zu intensiv damit beschäftigt. Im Übrigen schläft es sich auch erstaunlich gut neben einem über 32 Tonnen schweren Stahlkoloss gefüllt mit 28.000 Litern heißem Wasser. Vielleicht liegt das aber auch an der guten Landluft und der ländlichen Ruhe. Nach dem ungewöhnlich kaltem August könnte unser Speicher aber noch etwas Sonne vertragen und plötzlich sieht man den Wetterbericht mit ganz anderen Augen und viel mehr Interesse. Doch wir scheinen Glück zu haben, die Wetterfrösche sagen einen warmen Oktober voraus.
Oktober 2006
Kachelmann und Co. sollten recht behalten. Der Oktober wurde mehr als golden. Die Sonnenscheindauer übertraf alle Rekorde und unser Speicher zeigte gegen Ende des Monats traumhafte Temperaturen die für einen kalten Winter reichen sollten. Die Heizung sprang nur selten an. Trotzdem waren es im Wohnbereich angenehme 23 °C. Die Heizung erweißt sich im täglichen Gebrauch als sehr komfortabel und benutzerfreundlich. Alle Räume lassen sich separat regeln und die Fußbodenheizung gibt ein ganz neues, warmes Fußgefühl. Ab und zu gibt es noch Besuch von Handwerkern und Wissenschaftlern der TU Bergakademie Freiberg, die hier und da noch letzte Arbeiten abschließen. Mittlerweilen hat man sich auch etwas an das große Medieninteresse gewöhnt. Seltsam nur, wenn man im Supermarkt auf sein Haus angesprochen wird oder das Wohnzimmer für acht Stunden einem Aufnahmestudio gleicht.
November 2006
Der Wettergott scheint es zu gut mit uns zu meinen. Immer noch viel Sonne und viel zu milde Temperaturen. Die Wissenschaftler schimpfen und hoffen auf kühleres Wetter für ordentliche Messdaten. Uns soll es egal sein. Wir haben es warm und trocken und mittlerweile wurde auch der Kamin geliefert und installiert. Nur anfeuern können wir ihn noch nicht. Dafür ist unser gigantischer Pufferspeicher noch viel zu heiß und wir würden nur die Umwelt heizen. Langsam hat auch alles seinen Platz gefunden. Das Leben aus den Umzugskartons scheint ein Ende zu nehmen.
Dezember 2006
So richtig kalt ist es immer noch nicht. Die Wissenschaftler müssen sich halt noch gedulden. Die Technik funktioniert trotzdem tadellos und wir genießen Weihnachten mit der ganzen Familie im eigenen Heim und dem ersten Kaminfeuer. Die Sonne zeigt sich kaum noch. Erstaunlich, dass die Anlage selbst bei kurzer Sonnenscheindauer noch nachtanken kann.
Januar 2007
Was ist mit dem Wetter los? Nur Regen, kein Schnee und viel zu mild. Die Wissenschaftler schimpfen weiter. Bei solchen Temperaturen kann die Anlage nicht zeigen, was sie kann. Uns ist das egal. Wir machen es uns bei einem Kaminfeuer gemütlich und genießen unsere getankte Sonnenwärme.
Februar 2007
Das Wetter spinnt immer noch und auch wir kommen ins Grübeln. Seit über acht Wochen hat kein Sonnenstrahl mehr unsere Kollektoren getroffen. Die Temperatur im Speicher ist soweit gesunken, dass wir überlegen, den Durchlauferhitzer zum Nachwärmen des Brauchwassers einzuschalten. Aber wir nutzen lieber unseren Kamin. Der schafft eine gemütliche Stimmung bei dem Schmuddelwetter und erzeugt ganz nebenbei auch noch Warmwasser. Trotz der niedrigen Speichertemperatur sorgt die Heizung im ganzen Haus aber weiter für wohlig warme Füße.
März 2007
Anfang des Monats liegt die Temperatur im Speicher an der wärmsten Stelle bei etwa 50°C. Mittlerweile haben wir seit fast zehn Wochen kaum die Sonne gesehen. Während im Westen Deutschlands die Sonne scheint, gibt’s für unsere Region nur trübe Aussichten. Wir entscheiden uns daher den Durchlauferhitzer für’s Warmwasser einzuschalten. Zwei Tage später scheint plötzlich auch bei uns die Sonne und wir ernten eine Menge Wärme. Der Durchlauferhitzer wird somit wieder in den „Sommerschlaf“ versetzt. Von nun an geht’s mit der Speichertemperatur stetig bergauf. Ende März sind wir schon wieder bei über 80°C. Jetzt bekommen wir auch von den Wissenschaftlern unseren Energieverbrauch seit September 2006 vorgerechnet: Gesamtkosten von 40 Euro für ca. 75 kg Kaminholz, Strom für die Pumpen und davon 0,23 Euro für den Durchlauferhitzer.
April 2007
Der Sonnengott ist wieder mit uns. Die Kollektoranlage arbeitet auf Hochtouren und wir „ernten“ innerhalb kürzester Zeit Rekordwärmemengen. Selbst die Wissenschaftler und Ingenieure von Soli fer staunen über die Leistungsfähigkeit der Anlage. Ende April ist unser Speicher über die gesamte Höhe über 90°C warm. Der nächste Winter könnte also sofort beginnen, wenn da nicht noch soviel Arbeiten rund ums Haus wären.
Fazit
Unsere letzten Zweifel sind ausgeräumt. Trotz sonnenarmen Winters hat sich unser Haus bewährt. Wir haben zu keinem Zeitpunkt gefroren oder in irgendeinem Punkt unsere Wohnqualität einschränken müssen. Es funktioniert!
Die Bewohner
